Jahresaktion - Wir arbeiten sicher auf dem Dach

¨Wir arbeiten sicher auf dem Dach!¨

Auf Baustellen ist ein Grossteil der schweren Unfälle auf Abstürze zurückzuführen. Sie enden häufig mit einer Invalidität oder gar mit dem Tod des Verunfallten. Beim Arbeiten auf Dächern ist die Absturzgefahr besonders gross. Es ist deshalb unerlässlich, bei Arbeiten auf Dächern die vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Mit der Kampagne ¨Wir arbeiten sicher auf dem Dach¨ werden den Betrieben Wege und Lösungen für ein sicheres Arbeiten auf Dächern aufgezeigt, vorab und während Instandhaltungsarbeiten.

Die Betriebe müssen sich bewusst sein, dass sie bereits im Vorfeld Abklärungen über die Örtlichkeiten treffen müssen. Ist die Sicherheit der Arbeitnehmenden nicht gewährleistet, darf das Dach nicht betreten werden. Der Arbeitgeber hat vom Bauherrn die Umsetzung der erforderlichen Sicherheitsmassnahmen einzufordern. Bei der Erstellung von Neubauten ist den Betrieben klar, dass sie ihre Leistungen im Schutz von Kollektivmassnahmen, wie Fassadengerüste oder andere Dachrandsicherungen, erbringen müssen. Die Bau-Installationsbetriebe sollen bei solchen Arbeiten überprüfen, ob Absturzsicherungsmassnahmen für den späteren Unterhalt vorgesehen sind und falls nicht, den Bauherrn oder seinen Vertreter darauf aufmerksam machen.

Die Kampagne BATISEC wurde in Zusammenarbeit mit der SUVA und den Arbeitgeberverbänden suissetec, swissolar und VSEI erarbeitet. Das nebenstehende Informationsmaterial soll auf weitere offene Fragen zum Thema Auskunft geben. Wir verweisen hierbei insbesondere auf das neu erarbeitete Merkblatt ¨Sicher zu Energie vom Dach - Montage und Instandhaltung von Solaranlagen¨.

Für ein sicheres Arbeiten auf dem Dach gilt der Grundsatz:

Bei Arbeiten auf dem Dach müssen ab einer Absturzhöhe vom 3m Massnahmen getroffen werden, die den Absturz verhindern.

1) Planung

  • Die Planung von Schutzmassnahmen gegen Absturz muss sämtliche zugänglichen Dachbereiche umfassen. Die Planer tragen wesentlich dazu bei, dass die Sicherheit bei der Montage und später bei der Instandhaltung gewährleistet ist.

2) Längerfristige Arbeiten nur mit Kollektivschutz

  • Längerfristig sind Arbeiten, die gesamthaft mehr als 2 Personentage dauern.
  • Hier gilt generell Kollektivschutz zum
  • - Schutz vor Sturz über den Dachrand
    - Schutz vor Sturz durch das Dach

    Bild eins und zwei zeigen die Gefahrenbereiche auf Dächern. Für längerfristige Arbeiten gilt:

    • Im roten Bereich darf nur mit Kollektivschutz gearbeitet werden (Bild 1 und 2). Dies ist bei Dächern mit einer Neigung von 10° und mehr generell der Fall.
    • Im orangen Bereich darf ohne zusätzlichen Absturz-Sicherungsmassnahmen gearbeitet werden, wenn sichergestellt wird, dass die Arbeiten nie näher als 2 Meter zum Dachrand erfolgen (Bild 2). Im Übergang vom orangen in den roten Bereich muss eine Zonenabschrankung erstellt werden.

3) Kurzfristige Arbeiten von geringem Umfang / Kleinarbeiten auf Dächern

  • Kurzfristig sind Arbeiten, die gesamthaft weniger als 2 Personentage dauern.
  • Hier ist individuelle Absturzsicherung zulässig.
  • Bei Arbeiten von geringem Umfang, bei denen Gleitgefahr besteht, sind bereits ab einer Absturzhöhe von 2,0 m Massnahmen erforderlich.
  • Bild eins und zwei zeigen die Gefahrenbereiche auf Dächern. 
    Für kurzfristige Arbeiten gilt:

    • Im roten Bereich darf nur mit Absturzsicherungsmassnahmen wie Anseilschutz oder Kollektivschutz gearbeitet werden (Bild 1 und 2). Dies ist bei Dächern mit einer Neigung von 10° und mehr generell der Fall.
    • Im orangen Bereich darf ohne zusätzliche Absturz- Sicherungs-massnahmen gearbeitet werden, wenn sichergestellt wird, dass die Arbeiten nie näher als 2 Meter zum Dachrand erfolgen (Bild 2).

4) Nicht durchbruchsichere Dachflächen und Elemente.

  • Lichtkuppeln, Lichtplatten und –bänder aus Kunststoff sind ohne Zusatzmassnahmen, wie innen- oder aussenliegende Schutzgitter, nie durchbruchsicher!

5) Anseilschutz - PSAgA (Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz) nur mit Ausbildung

  • Personen, die mit Anseilschutz arbeiten, müssen nachweislich mindestens 1 Tag im Verwenden der PSAgA ausgebildet sein. Diese Ausbildung ist im Personaldossier zu dokumentieren.
  • Wartung der PSAgA durch sachkundige Personen nach Herstellerangaben.
  • Nur nachweislich geprüfte Anschlagpunkte verwenden.
  • Bei Arbeiten mit Anseilschutz ist Alleinarbeit ausgeschlossen.
  • Rettung muss mit eigenen Mitteln innerhalb von 10 bis 20 Minuten erfolgen können.

6) Die Zugänge und Verkehrswege zum Dach und deren Arbeitsplätzen, sowie deren Zugänge zu techni-schen Einrichtungen und Geräten müssen sicher sein.

  • Treppenturm
  • Dachausstieg mit sicherem Überstieg auf das Dach (z.B. mit Anschlagpunkt oder Sicherheitsdachhaken)
  • Ortsfeste Leiter mit Rückenschutz oder Steigschutzeinrichtung
  • Mobile Anlegeleiter: Die Anlegestelle ist zu markieren und mit einer Sicherung gegen Wegrutschen zu versehen. Für den sicheren Überstieg auf das Dach ist ein Anschlagpunkt oder Sicherheitsdachhaken zu montieren oder ein Seilwurfsystem mit Industrieschleuder zu verwenden.
Beteiligte Primäre Verantwortungsbereiche und Einflussnahme
Planer Bauleiter (Kopas) Bei der Planung der Arbeiten berücksichtige ich die Arbeitssicherheitsvorschriften für das Arbeiten auf Dächern über die gesamte Lebensdauer des Bauwerks. Ich schreibe die erforderlichen Absturzsicherungsmassnahmen aus und achte darauf, dass diese bei der Erstellung des Bauwerks umgesetzt werden.
Vorgesetzte Betriebsleiter Abteilungsleiter Kopas Der Betrieb (Betriebsleiter, Abteilungsleiter, Vorgesetzte) trifft im Vorfeld die Abklärung und sorgt für die Umsetzung der erforderlichen Absturzsicherungsmassnahmen. Er schickt seine Mitarbeitenden erst dann auf das Dach, wenn er das Vorhandensein dieser Massnahmen überprüft hat.
Kopas Mitarbeiter Der Kopas und Mitarbeiter prüft vor dem Betreten, ob die Absturzsicherungsmassnahmen vorhanden sind. Sollte dies nicht der Fall sein sagt er STOPP, meldet dies seinem Vorgesetzten und nimmt die Arbeiten auf dem Dach erst auf, wenn die erforderlichen Massnahmen umgesetzt sind. Botschaft: Ich betrete Dächer nur im Schutz der erforderlichen Absturzsicherungsmassnahmen. Fehlen diese, sage ich STOPP!
Auszubildende und Jugendliche Für lernende Personen und Jugendliche sind überdies die Bestimmungen aus dem Arbeitsgesetz zum Jugendschutz einzuhalten.
Bauherr Der Bauherr trägt rechtlich Mitverantwortung. Der Eigentümer eines Gebäudes oder eines andern Werkes hat den Schaden zu ersetzen, den diese infolge von fehlerhafter Anlage oder Herstellung oder von mangelhafter Unterhaltung verursachen.
Rechtliche Verantwortung Übersicht Rechtliche Grundlagen Gesetze, Verordnungen, Normen usw. legen fest, wer wofür verantwortlich ist. Bei Arbeiten auf Dächern kommen im Wesentlichen folgende Bestim-mungen zum Tragen:
Grundlagen StGB OR UVG VUV   BauAV SIA 118 SIA 118 /222 SIA 232/1 SIA 271
Artikel / Ziffer 229 58 370 82 3, 17

32a

32b

3 104 1.3.1 1.3.2 4.1 2.1.3 2.1.3.2
Verantworliche                          
Bauherr / Werkeigentümer   x                      
Bauleitung/ Planer (Besteller) x x x         x x     x x
Ersteller der Absturzsicherungen / Solaranlagen x x x x x x x x   x   x x
Benutzer, Unternehmer x     x x x x x     x