Bauarbeitenverordnung 2022

Am 1. Januar 2022 ist die total revidierte Bauarbeitenverordnung (BauAV)  in Kraft getreten. Sie hat Auswirkungen auf das gesamte Bauwesen in der Schweiz. Insgesamt sind über 70 000 Betriebe direkt betroffen. Wegen der Bedeutung für die Betriebe wird für das Jahr 2022 die Jahresaktion "Neue Bauarbeitenverordnung" durchgeführt.

Einige der Änderungen betreffen die BATISEC-Betriebe stärker als andere. Nachfolgend haben wir für Sie die Änderungfen im Überblick zusammengestellt.

 

Die wichtigsten Änderungen:

Sicherheits- und Gesundheitsschutzkonzept

Schon die alte Bauarbeitenverordnung verlangt, dass Bauarbeiten so zu planen sind, dass das Risiko von Berufsunfällen und Berufskrankheiten oder Gesundheitsbeeinträchtigungen möglichst klein ist. Neu ist dies nach der Bauarbeitenverordnung 2022 auch mit einem Sicherheits- und Gesundheitsschutzkonzept schriftlich zu dokumentieren (Art. 4).

Sonne, Hitze und Kälte

Bei Arbeiten bei Sonne, Hitze und Kälte sind die erforderlichen Massnahmen zum Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu treffen (Art. 37). 

Beleuchtung

Arbeitsplätze und Verkehrswege müssen ausreichend beleuchtet sein (Art. 38).

Die wichtigsten weiteren Änderungen:

Die wichtigsten Änderungen im 2. Kapitel der BauAV (alle Bauarbeiten):

  • Das Arbeiten auf Leitern wird eingeschränkt (Art. 21).
  • Der Begriff «beschränkt durchbruchsicher» entfällt (Art. 12, 44, 45).
  • Der Geländerholm des Seitenschutzes muss mindestens 100cm über der Standfläche liegen (Art. 22).
  • Bei Niveauunterschieden von mehr als 50cm sind geeignete Arbeitsmittel einzusetzen, um sie zu überwinden (Art. 15).
  • Bei der Montage von vorgefertigten Deckenelementen sind ab einer Absturzhöhe von mehr als 3m vollflächig Auffangnetze oder Fanggerüste zu verwenden (Art. 27).
  • Im Gefahrenbereich von Transportfahrzeugen oder Baumaschinen dürfen sich keine Personen aufhalten. Kann dies nicht ausgeschlossen werden, ist der Gefahrenbereich zu überwachen (Art. 19).
  • Der Arbeitgeber muss seine betroffenen Mitarbeitenden über die Ergebnisse von Schadstoffgutachten informieren (Art. 32). 

 

Die wichtigsten Änderungen im 3. Kapitel der BauAV (Arbeiten auf Dächern):

  • An Dachrändern sind ab einer Absturzhöhe von mehr als 2m Massnahmen zu treffen, um Abstürze zu verhindern (Art. 41). Eine Ausnahme gilt für Arbeiten von geringem Umfang. Für diese sind Massnahmen erst ab einer Absturzhöhe von mehr als 3m erforderlich (Art. 46).
  • Eine Dachdeckerschutzwand am Spenglergang des Fassadengerüsts ist ab einer Dachneigung von 30° erforderlich (Art. 41 Abs. 2).
  • Bei einer Dachneigung von mehr als 45° sind zusätzliche Schutzmassnahmen zu treffen. (Art. 41 Abs. 2)
  • Eine Dachfangwand darf für Arbeiten auf bestehenden Dächern nur noch bis zu einer Dachneigung von 45° eingesetzt werden (Art. 42).


In der neuen BauAV gibt es zudem zahlreiche weitere Änderungen, die aber für BATISEC-Betriebe weniger Bedeutung haben. Für eine vollständige Liste der Änderungen klicken Sie hier (Suva 88320_d).

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